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Bautzen - eine unterhaltsame Zeitreise
Gemeinsam mit Herrn Herbert Flügel, unserem Partner aus den "Augenblicken in der Oberlausitz"
, und vielen anderen Mitwirkenden wollen wir in einer neuen Dia-AV auf eine Entdeckungstour durch das alte und neue Bautzen aufbrechen. Wir werden für den Zuschauer viele interessante Kleinigkeiten und stille Winkel
unserer 1000-jährigen Stadt herausarbeiten und mit unterhaltsamen Abschnitten aus der modernen Zeit verbinden. Die Dia-AV “Bautzen - eine unterhaltsame
Zeitreise” wurde mit dem Ziel produziert, dem Zuschauer einen unterhaltsamen und interessanten Abend mitten in der Bautzner Heimatgeschichte zu bieten.
Mit dem Produktionstagebuch möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, uns bei der Arbeit “über die Schulter” zu sehen und an der Entstehung einer neuen
Dia-AV teilzunehmen. Am 5. November wird die Premiere im geschlossenen Rahmen der Beteiligten stattfinden. Noch für den November ist aber auch die erste öffentliche Aufführung geplant. Im folgenden
"Produktionstagebuch" werden wir natürlich nicht zu viel verraten - die Spannung für den Vortrag muß ja erhalten bleiben. Aber ein
bißchen können wir schon "aus dem Nähkästchen plaudern". Viel Vergnügen!
Das Produktionstagebuch 2001 / 2002
Montag, 18. Juni 2001 Der Startschuß für die Dia-AV "Bautzen" ist am 30. April 2001 gefallen. Gemeinsam mit Herrn Flügel haben wir uns an
diesem Tag entschlossen, die Produktion zu beginnen und wir haben die allerersten Gedanken ausgetauscht. Damit beginnt eine sehr interessante Zeit. Der Gedanke "Dia-AV über Bautzen"
setzt sich langsam aber unvermeidbar mit jedem Tag stärker in unseren Köpfen fest. Alle Eindrücke, die wir im alltäglichen Leben sammeln, werden bewußt oder
unbewußt auf ihre Verwendbarkeit in der Dia-AV geprüft. Und es entstehen jede Menge Ideen. Die Stadt und ihre
Geschichte ist vollgepfropft mit interessanten Themen - mit großen Ereignissen und mit liebevollen Kleinigkeiten. Wir
arbeiten daran, diese vielen Ideen in eine Gliederung zu bringen und etwa 15 Kapitel zu entwerfen. Eine Rahmenhandlung, die den gesamten Vortrag als Spannungsbogen über 90 Minuten zusammenhält, ist bereits gefunden
(wird aber noch nicht verraten).
Sonntag, 24. Juni 2001 Eine ereignisreiche Woche ist zu Ende. Wir haben die Kapitelübersicht zum x-ten Mal überarbeitet - wobei
“überarbeitet” die freundliche Umschreibung für “vollständig neu geordnet” heißt. Jetzt sind wir aber zum ersten Mal richtig zufrieden. Damit ist die Konzeptphase abgeschlossen.
Eine tolle Unterstützung haben wir von Frau Hempel erhalten. Sie ist Lehrerin für Kunsterziehung an der “Mittelschule
Gesundbrunnen” und geht bereits seit 8 Jahren mit ihren Schülern auf “Zeichenexkursion” in die Bautzner Altstadt. Und
die Ergebnisse in Pastellkreide oder Wasserfarben sind großartig. Wir werden einige davon im Dia zeigen und von den jungen Künstlern hören, mit welchen Gedanken und mit welcher Begeisterung die Werke entstanden sind.
Mittwoch, 26 Juli 2001 Nach einer 2-wöchigen Fototour durch die Dolomiten haben wir uns nun wieder in die Arbeit zum Bautzen-Vortrag
gestürzt. Mit Elke Lorenz, Pressesprecherin des Bautzner Oberbürgermeisters, konnten wir einen Termin für Ende
August vereinbaren. Herr Schramm wird im Kapitel zur “Entwicklung der Stadt nach der Wende” sprechen. Ich denke.
das wird ein sehr unterhaltsames Kapitel mit einem musikalischen Rundgang durch unsere alte Stadt, mit Aufnahmen
der gemütlichen Athmospäre eines heißen Sommertages und liebevollen Kleinigkeiten in verträumten Winkeln ,,,,
“Einer schönen Stadt muß man begegnen wie einer schönen Frau, nicht planmäßig, sondern ein bißchen herumtrödelnd.” - Johannes Urzidil -
Sonntag, 26. August 2001 Entspechend dem Zitat von J. Urzidil haben wir heute fotografiert. Katja aus Wilthen war unser charmantes Modell für
viele Bautzener Altstadtansichten. Sie liebt die alten Mauern ihrer Kreisstadt und natürlich die tolle Kneipenszene.
Zur Darstellung der sorbischen Geschichte Bautzens konnten wir Detlev Kopjella gewinnen - ehemaliger Intendant des
Sorbischen Ensembles und heute freischaffender Komponist. Ich freue mich schon auf seinen muttersprachlichen Beitrag (deutsche Untertitel).
Der Bautzener Oberbürgermeister, Herr Christian Schramm, hat uns über die Entwicklung der Stadt seit 1990 berichtet. Sein Text wird der Anfang des 14. und längsten Kapitels, der Gegenwart, sein.
Als Beispiel der industriellen Entwicklung in Bautzen haben wir den Waggonbau gewählt und wir freuen uns sehr, daß der Werkleiter, Herr Kuhnt, seinen Betrieb persönlich vorstellen wird.
Sonntag, 16. September 2001
In der vergangenen Woche gab es keinen gemeinsamen Abend mit Herr Flügel. Er hatte am 6. September seinen 93.
Geburtstag gefeiert und war anschließend für eine Urlaubswoche in die Schweiz gereist - nicht ohne mich vorher mit einer umfangreichen Arbeit zu versorgen.
Gestern, am Samstagabend, gab es dann neben der Fleißarbeit doch noch einen Glanzpunkt. Den “Bilderrundgang” im
Domstift wollen wir mit dem Kirchenlied “Veni Sancte Spiritus” hinterlegen. Und diese Tonaufnahme haben wir gestern
Abend bei einer großartigen, besinnlichen Stimmung mit dem Kinderchor unter Leitung von Friedemann Böhme im Bautzener Dom eingespielt. Ein toller Abend, herzlichen Dank an Herrn Böhme und an Euch, liebe Kinder.
Montag, 24. September 2001
Diese Woche war Textarbeit angesagt - das Kapitel zum 30-jährigen Krieg ist abgeschlossen. Der Krieg wütete von
1618 bis 1648 in weiten Teilen Europas. Bautzen wurde in diesen Jahren 3 Mal zerstört und 3 Mal von seinen
Bewohnern wieder aufgebaut. Welche Kraft müssen die Menschen damals aus dem Leid des Krieges geschöpft haben,
um solche Leistungen in nur 30 Jahren zu vollbringen. Übrigens lebten in Deutschland zu Beginn des Krieges etwa 16 Millionen Menschen, am Ende nur noch 10 Millionen.
Sonntag, 21. Oktober 2001
Das Kapitel über den Befreiungskrieg gegen Napoleon ist abgeschlossen. Und es war ungeheuer interessant. Die
Schlacht bei Bautzen - oder wie die Franzosen sagen - die Schlacht bei Wurschen, hat im Jahr 1813 weltpolitische
Bedeutung erlangt. Über 250000 Soldaten und 3 Monarchen hielten sich im Mai im Bautzner Land auf. Hier hatte
Napoleon die Chance, die vereinten Truppen der Russen und Preußen vernichtend zu schlagen. Durch einen Fehler
eines seiner Generale kam es jedoch nicht zu dieser europäischen Katastrophe und der Weg zur Völkerschlacht im Oktober 1813 bei Leipzig war frei.
In diesem Krieg hatte sich gezeigt, daß die Bautzner Befestigungsanlagen wirkungslos geworden waren und die
Entwicklung der Stadt beeinträchtigten. Sie wurden im 19. Jahrhundert abgerissen. Falk Lorenz, Landschaftsarchitekt
und Kenner dieser Epoche, wird uns berichten, wie erfinderisch die Bautzner damals bei der Nutzung der alten Stadtmauern und Wälle waren.
Dienstag, 6. November 2001
Ein wunderbarer Vormittag in der Domschatzkammer ist nun leider schon zu Ende. Die Filme sind belichtet, der Text,
gesprochen. Das Lied “Veni sancte spiritus” wird uns durch das Reich von Herrn Dr. Seiffert führen.. Zu diesem Kapitel gibt es nichts mehr zu tun - schade!
Mittwoch, 14. November 2001
“Hermann Eule Orgelbau”, eine traditionsreiche Bautzner Firma, wird in der Dia-AV dabei sein. Seit 130 Jahren
werden hier die königlichen Instrumente gebaut und restauriert. In ihrer herzlichen Art erzählte uns Frau Ingeborg Eule
vom auf und ab der Familienfirma. Nun wird der Text erstellt und im Januar beginnen die Foto- und Tonaufnahmen in der Werkstatt. Eine herrliche Zeit liegt vor uns.
Dienstag, 4. Dezember 2001
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Wir machen uns Sorgen über die Vortragsdauer. Es gibt so viel interessante Geschichten - trotzdem werden wir kürzen müssen. 90 Minuten sind die obere Grenze, zur Zeit
haben wir über 100 Minuten und sind noch nicht fertig. Von Anja Pötzsch aus Leipzig liegt eine Demo-CD vor. Wir kennen Anja vom Bautzner Kneipenfest. Sie singt und spielt Gitarre -
viel Südamerikanisch. Das wird interessant für den Andalusienvortrag. Vielleicht paßt auch schon ein Stück ins Bautzner Mittelalter. Schaut doch mal bei Anja vorbei - www.anjapoetzsch.de
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Donnerstag, 6. Dezember 2001
Heute fanden die Tonaufnahmen bei Herrn Kobjela statt. Der sorbische Text und die deutschen Untertitel stammen aus
seiner Feder. Detlef Kobjela war in den 70er und 80er Jahren maßgeblich an der Organisation und Präsentation der
sorbischen Musikkultur beteiligt. Heute arbeitet er als vielseitiger und produktiver Komponist. Seine Werke erleben
Aufführungen in ganz Deutschland, in vielen europäischen Ländern und, durch Gastspiele des Sorbischen National-Ensembles, in Afrika, Asien und Amerika.
Der von ihm gesprochene Text wird im Bautzen-Vortrag mit Musik aus “Das Jahr der Könige” und Folklore unterlegt.
Freitag, 28. Dezember 2001
Zum Ende des Jahres haben wir noch ein Kinderlied über Bautzen eingespielt. Die Klasse 2b der Fichteschule hatte
gemeinsam mit ihrer Lehrerin Frau Balzer fleißig geübt. Interessant sind auch die Meinungen der 8-jährigen über ihre Heimatstadt.
Karolin Rubel spielt uns das gleiche Stück auf dem Klavier. Es wird das musikalische Leitmotiv diurch den gesamten Vortrag werden.
Sonntag, 26. Januar 2002
Im ersten Monat des Jahres gab es in Bautzen 3 großartige Vorträge zur Kirchengeschichte. Prof. Blaschke sprach
über die Zeit von der Entstehung Bautzens bis ca. 1500. Als Grund für die Entstehung Bautzens nennt er ganz klar die Furt des uralten Handelsweges “Hohe Straße” über die Spree. Prof. Blaschke sagt:
Am Anfang war die Straße Dieser Satz wird die Kernaussage zur Entstehungsgeschichte unserer Stadt.
Sonnabend, 23.Februar 2002
Mario Kott hat die Aquarelle für einige Szenen der Gründungsgeschichte und des 30-jährigen Krieges fertiggestellt. Ich
bewundere ihn, mit welcher Beobachtungsgabe und handwerklichem Geschick er Details aus längst vergangener Zeit zu Papier bringen kann.
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Im Textbuch sind wir bei der Zeit des Faschismus angekommen. Je mehr ich mich mit dieser Zeit beschäftige desto
größer wird mein Entsetzen darüber. Wie war es möglich, daß eine wahnsinnige Person wie Hitler mit seinem Pack die vollständige Kontrolle über die deutschen Geschicke erlangen konnte?
Ab 1944 begeben sich die Engländer und Amerikaner auf das Verbrecherniveau der Nazis herab. Mit unvorstellbaren
Bomberangriffen auf die deutschen Großstädte verfolgen sie das Ziel, 900000 Zivilisten zu töten und damit die Moral
des deutschen Volkes zu brechen. Nur 3 Wochen nach dem ersten Atomwaffentest werfen die Amerikaner ihre beiden
Bomben über Hiroschima und Nagasaki - 400.000 Tote! Militärisch und politisch waren die Bomben sinnlos. Sie
sollten der Welt die Stärke und das Geltungsbedürfnis Amerikas zeigen. Die furchtbaren Auswirkungen auf die japanische Bevölkerung interessierten die Amis nicht.
Sonntag, 10. März 2002
Nun sind wir mit unserem Drehbuch in der DDR-Zeit angekommen. Das erste große Neubaugebiet in Bautzen entstand
um 1960 auf dem Gelände der ehemaligen Infanteiekaserne südlich der Löbauer Straße. Der Film “Christine und die
Störche” wurde 1961 an einer alten Ruine in diesem Neubaugebiet gedreht. Wir versuchen die Schauspielerin der damaligen Christine für ein kleines Interview zu gewinnen.
Kurz vor dem 20. Republikgeburtstag begann in Bautzen der umstrittene Hochhausbau. Aus den ursprünglich 9
geplanten Etagen wurden 13. Der damalige Kreisbaudirektor hatte sich mit seiner Losung: “Der Sozialismus ist groß
und das Hochhaus muß auch groß werden” gegen die Architektenschaft durchgesetzt. Übrigens ist in einer Broschüre
der Stadtverwaltung Bautzen vom Januar1969 noch von der geplanten Rekonstruktion des alten, schönen Theaters am Kornmarkt die Rede. Wir wissen, daß es anders kam.
April 2002
Das letzte Kapitel in unserem Drehbuch ist erreicht - die Zeit nach der Wende. Neben dem Oberbürgermeister und H.
Kobjela werden wir die Orgelbaufirma “Eule” und die Berufsakademie Sachsen vorstellen.
bis September 2002
Wir haben den ersten Veranstaltungstermin zugesagt - 18. September 2002 bei unserem liebgewonnenen
Seniorenverband in Wilthen. Natürlich wird die Zeit wie immer knapp. Der Feinschliff am Textbuch wird Ende Juni
abgeschlossen. Im Juli sprechen wir mit Herrn Flügel und Laura unsere Texte ein, wählen die Musikstücken aus, suchen
Originalton und mischen alles ab. Und außerdem stehen die Ferien vor der Tür. Wir müssen unbedingt alle Bilder mit
Laura und Herrn Flügel vorher fotografieren. Zum Glück ist das Wetter schön - fast zu schön. Ein voller Sonntag bei über 30° an ca. 15 verschiedenen Fotostandorten in Bautzen. Alle halten gut durch.
Im August beginnt das Heraussuchen der Dias für den Vortrag. Hauptsächlich sind es historische Bilder, die noch
fehlen. Am 14. September, 4 Tage vor der ertsen Aufführung, sind noch 300 Dias zu rahmen. Und es gelingt. Im
Probelauf am Sonntag ist nur ein kleiner Fehler enthalten. Er wird korrigiert und der 18. September in Wilthen ist
gesichert. Nachdem alles fertig ist freuen wir uns nach 18 Monaten Arbeit auf ein paar Abende ohne Bautzen-Bücher,
auf Stadtbummel ohne Fotoausrüstung und dann werden wir weitersehen - irgendwie rumort der Gedanke an einen Vortrag über das sonnige Tessin im Hinterkopf. Interessante Beschäftigung für die nächsten 2 Jahre.
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